Hauspflegeverein will die Arbeitsbedingungen verbessern

Pflegekräfte sollen künftig auch als Betreuer tätig sein. Das soll sie körperlich entlasten.

Bericht aus der „Wolfenbütteler Zeitung“ vom 5. Februar 2017

Der Wolfenbütteler Hauspflegeverein will die Arbeitsbedingungen für seine Pflegekräfte verbessern. Die Mitarbeiter sollen zusätzlich die Möglichkeit erhalten, als Betreuer zu arbeiten. Dadurch sollen sie länger im Beruf bleiben können. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen mit 45000 Euro gefördert.

„Das Problem ist, dass kaum eine Pflegekraft bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren durchhält," sagt Gabriele Düe, die das Projekt des Hauspflegevereins leitet. Einer bundesweiten Studie zufolge konnten sich 67 Prozent der Befragten nicht vorstellen, so lange in der Pflege zu arbeiten, sagt Düe. Bei einer Umfrage unter den eigenen Mitarbeitern habe sich dies sogar niemand vorstellen können. Im Pflegedienst werde es immer schwerer, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Umso wichtiger sei es, die Beschäftigen langfristig zu halten. Bereits seit 2015 habe man im Hauspflegeverein darüber diskutiert, wie man die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern könne, berichtet Gabriele Düe. Der Vorstand des Vereins habe damals beschlossen, eine Stelle zu schaffen, damit sich ein Mitarbeiter mit dem Lösungsmöglichkeiten befassen konnte. Schließlich habe sich der Verein für das landesweite Projekt beworben und eine Zusage erhalten.

Die frühere Geschäftsführerin Gabriele Düe leitet das Projekt. Um die Mitarbeiter einzubeziehen, sei ein Steuerkreis gebildet worden. Ihm gehören sechs examinierte Pflegekräfte des Vereins und eine Pflegehilfskraft an. Sie sollen neue Aufgabenbereiche erarbeiten. Dadurch könnten die Mitarbeiter in zunehmendem Alter ihre Tätigkeit im Pflegebereich reduzieren und auf körperlich weniger anstrengende Aufgaben wie die Betreuung ausweichen. Durch entsprechende Fortbildungsprogramme sollen die nötigen Kompetenzen vermittelt werden.

Geplant ist aber noch mehr: "Wir wollen die Arbeit auch familienfreundlicher gestalten. Es gibt viele Belastungen durch Spätdienste, wechselnde Dienst und Wochenendarbeit", sagt Gabriele Düe: "Unser Plan ist, dass Mitarbeiter nicht in jeder Altersphase alle Dienste abdecken müssen. Aber an diesem Konzept müssen, wir noch arbeiten." Das Projekt des Landes ist für drei Jahre angelegt. Es soll auch noch Kooperationen mit anderen Partnern umfassen und die Einführung technischer Systeme. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen soll dauerhaft sein.