Prüfungen des Medizinischen Dienstes

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft einmal jährlich alle Pflegedienste und vergibt sogenannte Pflegenoten. Im Jahr 2011 bekamen wir die Note 1,2 und 2012 die Note 1,1 und zuletzt 2014 die Note 1,3.

Manche Pflegedienste werben mit ihrer guten Pflegenote. Wir nicht, denn  wir stehen der Pflegebenotung weiterhin sehr kritisch gegenüber.

Die Pflegenoten vermitteln  den Eindruck einer guten oder schlechten Pflege. Die tatsächliche Pflegequalität wird aber nicht ausreichend berücksichtigt. Geprüft wird als ein Schwerpunkt was dokumentiert oder nicht dokumentiert ist. Pflegebedürftige und deren Angehörige sollten sich nicht ausschließlich von einer guten oder schlechten Pflegenote in ihrer Entscheidung für die  Inanspruchnahme eines Pflegedienstes beeinflussen lassen, sondern örtliche Meinungen und Erfahrungen  Betroffener sammeln.

Die Rahmenbedingungen  für die Verwaltungsarbeiten aller Pflegedienste sind derart hoch geschraubt worden, dass mit zunehmenden Ausstiegstendenzen sowohl bei  Pflegekräften als auch bei Leitungskräften gerechnet werden muss. Eine zusätzliche bürokratische Aufstockung steht mit Einführung des Pflegeneuausrichtungsgesetzes zu befürchten. Dies steht im Widerspruch zur  demographischen Entwicklung, die immer mehr Pflegekräfte erorderlich macht.  Für alle Pflegedienste wird es zunehmend schwierig ausreichendes und  auch qualifiziertes Personal zu finden.

Wir könnten  mehr pflegen, wenn wir weniger dokumentieren müssten. So müssen selbst Probleme, die nicht vorhanden sind, in der Dokumentation schriftlich festgehalten werden.

Aus Gründen der Kostenersparnis darf jeder nicht medizinisch ausgebildete Pflegende seinen Angehörigen Spritzen oder Medikamente verabreichen. Erfahrene und geschulte Pflegekräfte, die in einem Pflegedienst beschäftigt sind, dürfen dieses nicht !

Der Prüfungsaufwand bindet immer mehr Arbeitskraft, die der praktischen Pflege verloren gehen. Unsere Tagespflege wird nicht nur vom MDK, sondern zusätzlich z.B. durch  die Heimaufsicht, mit dem Gesundheitsamt, der Abteilung für Verbraucherschutz und Veterinärangelegenheiten sowie der Brandschutzprüfung   Es entstehen enorme Kosten nicht nur auf Seiten der Pflegedienste!

Zunehmende bürokratische Hürden und Auflagen lassen auf Seiten der Leistungserbringer gute Ideen zum Ausbau und zur Verbesserung der pflegerischen Versorgungen bereits im Keim ersticken.

Daher werden wir auch dieses Jahr nicht mit unserer sehr guten Pflegenote werben und  wir werden auch nicht davon sprechen, dass der MDK unsere Arbeit „eindrucksvoll bestätigt hat“.

Unter www.moratorium-pflegenoten.de/index.php/moratorium hat Prof. Thomas Klie am 30.03.2011 eine Stellungnahme zum Thema Pflegenoten veröffentlicht, der wir uns voll anschließen können.