Projekt „Gestern, heute, übermorgen“ erfolgreich gestartet

Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte des Hauspflegevereins

Bericht aus dem „Wolfenbütteler Schaufenster“ vom 6. Februar 2017

Wolfenbüttel. Zeitnah zur Pflegekonferenz im Landkreis Wolfenbüttel tagte am Donnerstag erstmals der Steuerkreis des Modellprojekts „Gestern, heute, übermorgen“, mit dem der Wolfenbütteler Hauspflegeverein die Arbeits- und Rahmenbedingungen für seine Pflegekräfte optimieren möchte. Ziel ist es, dass ältere Pflegekräfte künftig auch in der Betreuung arbeiten können, um ihren Beruf möglichst lange ausüben zu können. Das Modellprojekt wird vom Land Niedersachsen mit 45.000 Euro gefördert.

Neben der Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen ist auch die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf Thema des Projektes. In dem Steuerkreis erarbeiten derzeit sechs Pflegekräfte des Hauspflegevereins realisierbare Lösungen. Geleitet wird das Projekt von Gabriele Düe, die 25 Jahre lang die Geschäftsführung des Hauspflegevereins inne hatte und mit dem Thema bestens vertraut ist. Ihre Nachfolge als Geschäftsführerin hat im März vergangenen Jahres Olga Schell übernommen, die das Projekt unterstützt und die Fördermittel des Landes beantragt hat.

„Die Rahmenbedingungen für unser Pflegepersonal sind schon seit einigen Jahren im Gespräch. Dank des Projekts können jetzt neue Aspekte konkret erarbeitet und nachhaltig umgesetzt werden“, sagt Düe. Man wolle nicht über, sondern mit Pflegekräften sprechen, betont sie. Der Steuerkreis mit sechs Pflegekräften aus den eigenen Reihen sei gleichzeitig das Aufsichtsgremium des Projekts.

Ziel sei es, dass in der Pflege arbeitende Menschen so lange wie möglich in ihrem Beruf arbeiten können. Die Arbeit in der Pflege sei nicht immer einfach und auch mit körperlichen Belastungen verbunden, weiß Schell. Angedacht ist daher, künftig eine häusliche Betreuung anzubieten, so dass ältere Pflegekräfte dahingehend entlastet werden, leichtere Aufgaben eben in der Betreuung zu übernehmen. Sie werde bislang nicht abgedeckt und müsste neu eingerichtet werden. ,,Das wäre auch ein zusätzliches Angebot für unsere bestehenden und neuen Kunden“, sagt Schell. Der Unterstützungsbedarf der Kunden würde optimiert, so dass sie länger die Möglichkeit hätten, in der vertrauten häuslichen Umgebung zu bleiben.

Als seit 56 Jahren alteingesessene Einrichtung in Wolfenbüttel beschäftige der Hauspflegeverein viele erfahrene und langjährige Mitarbeiter, die man gerne als qualifizierte Fachkräfte bis zum Renteneintritt behalten möchte. Gleichzeitig werde mit den neuen Arbeits- und Rahmenbedingungen die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert und auch jungen Pflegekräften Zukunftsperspektiven geboten. Das Gesamtprojekt sei auf drei Jahre ausgelegt. Im zweiten Jahr werde es dann um das Thema ,,Kooperation und Vernetzung“, im dritten Jahr um die „Einführung von technischen und EDV-geführten Systemen“ gehen.

Der Hauspflegeverein Wolfenbüttel bietet pflegebedürftigen Menschen neben der ambulanten und häuslichen Pflege auch die Tagespflege am Neuen Weg, Hauswirtschaftliche Hilfen, den Hausnotruf und die anerkannte Demenzberatung. Im Hauspflegeverein sind zurzeit 50 Mitarbeiter hauptberuflich beschäftigt. sb