Ambulante Pflege – ein Stützpfeiler unserer Gesellschaft

In den 60 Jahren, in denen die Sozialstation Wolfenbüttel Hauspflegeverein e. V. in der ambulanten Versorgung von Pflegebedürftigen und Familien aktiv ist, hat sich vieles verändert. Wir haben Angehörige, Patientinnen, Mitarbeiterinnen und Politiker:innen gefragt, was Ambulante Pflege für sie bedeutet.

Bürgermeister Thomas Pink

Danke für die professionelle Unterstützung
Die Sozialstation Wolfenbüttel, Hauspflegeverein e. V. kann in diesem Jahr auf den 60. Jahrestag der Gründung zurückblicken. Dies ist nicht nur ein Grundzum Feiern, sondern auch ein Grund, einmal danke zu sagen. Danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren wichtigen Dienst am Menschen. Danke dem Vorstand für die jahrzehntelange weitsichtige Planung und Lenkung. Wie wichtig das Thema Pflege ist, erfahren wir meist nicht erst, wenn es uns selbst betrifft. Wir erleben es, wenn Großeltern oder Eltern plötzlich Hilfe im Alltag benötigen – und schlichtweg professionelle Unterstützung nötig wird. Der Bedarf an guten Pflegekräften wird aufgrund der demografischen Entwicklung steigen. Um diesen Bedarf decken zu können, braucht es daher auch eine faire und angemessene Bezahlung.

 

Landrätin Christiana Steinbrügge

Ein wichtiger Ansprechpartner vor Ort

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt, in unserer Region beträgt sie für Neugeborene durchschnittlich 81 Jahre, so das statistische Bundesamt. Das ist eine gute Nachricht! Damit wir möglichst
lange in den eigenen vier Wänden leben können, braucht es passende Unterstützungsangebote. Denn wir alle wollen im Alter möglichst selbstbestimmt leben und weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die ambulante Pflege mit gut ausgebildeten und angemessen bezahlten Fachkräften ist dafür unentbehrlich. Daher ist der Hauspflegeverein ein wichtiger Ansprechpartner vor Ort, der den Menschen im Landkreis mit vielen Pflege-, Beratungs- und Betreuungsangeboten zur Seite steht. Dafür danken wir herzlich

 

 

Margarete Stojan, 99 Jahre

Meine Selbstständigkeit bleibt erhalten

„Da ich alleinstehend bin, ist für mich wichtig, dass ich in der Woche und am Wochenende gut versorgt werden. Ich schätze am Hauspflegeverein, der mich seit 2009 versorgt, dass ich immer einen Ansprechpartner habe, der mir im Alltag zur Seite steht. Was ich betonen möchte, dass die Pflege- und Betreuungskräfte zuverlässig und sehr freundlich sind und immer ein offenes Ohr für mich haben. Es freut mich, dass ich dadurch meine Selbstständigkeit in der häuslichen Umgebung behalten kann“

 

 

 

Dagmar Unverricht
Angehörige

Ohne Unterstützung würde es nicht gehen

„Seit 2015 wird meine Mutter rund um versorgt. Nicht nur pflegerisch, sondern auch durch hauswirtschaftliche Unterstützung, Einzelbetreuung sowie auch im Tagespflegehaus „Neuer Weg“. Ohne die Unterstützung des Pflegedienstes könnte meine Mutter nicht in ihrer Wohnung weiterleben – dabei ist ihr das sehr wichtig. Das Gefühl der Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit ist für sie das A und O. Gleichzeitig ermöglicht es meinen Geschwistern und mir, weiter berufstätig zu sein. Das wäre ohne ambulante Pflege kaum möglich. Und mit dem Hauspflegeverein klappt das sehr gut. Wir können über alles reden. Für mich wünsche ich mir ebenfalls die Versorgung in den eigenen Wänden. Politik und Gesellschaft sollten, angesichts unserer älter werdenen Gesellschaft, erkennen, dass wir verschiedene Pflegekonzepte und -modelle brauchen, um allen gerecht zu werden und alte Menschen nicht auszuschließen. Natürlich ist eine gute Bezahlung der Pflegekräfte dafür existenziell.“

 

Julia Naujoks
Pflegekraft

Pflege ist keine Akkordarbeit am Fließband

„Die Arbeit mit Menschen, ihnen zu helfen, macht mir Spaß. Daher bin ich seit vier Jahren beim Hauspflegeverein in der ambulanten Pflege tätig. Obwohl man des Öfteren unter Zeitdruck steht,
schätze ich das Persönliche bei der Versorgung. Da wir alleine auf unseren Touren sind, müssen wir die Eigenschaften wie Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Es macht den Berufsalltag abwechslungsreich und natürlich auch herausfordernd. Für mich persönlich habe ich die Anerkennung durch unsere Kunden, meine Patienten. Aber die gesellschaftliche Anerkennung fehlt. Dazu kommen die Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – dass an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet wird, ist in der Pflege selbstverständlich. Damit die Bereitschaft
steigt, solche Dienste zu übernehmen, müssen – meiner Meinung nach – finanzielle Anreize geschaffen werden, die aber nicht zu Lasten des Kunden fallen und für die Arbeitgeber refinanzierbar sind.
Dazu wünsche ich mir, weniger auf die Zeit achten zu müssen. Denn die minutengenaue Versorgung entspricht nicht den individuellen Bedürfnissen der Kunden. Man darf nicht vergessen, dass wir mit und am Menschen arbeiten und nicht im Akkord am Fließband stehen“.